EDGECRUSHER – bei diesem Namen müssen die meisten sofort an Fear
Factory denken. Ob oder in wieweit die Amis bei der Bandgründung
dieses Fünfers aus Konstanz Pate standen, wage ich an dieser
Stelle nicht zu beurteilen; Fakt ist allerdings, daß EDGECRUSHER
stilistisch eigentlich nichts mit Burton C. Bell & Co. zu tun
haben. Zwar zockt die Truppe auch einen gepflegten, modernen
Thrash Metal, orientiert sich dabei aber eher an Vorreitern wie
Machine Head. Will sagen : auf dem ersten Demo "Deeper Than Hate“
gibt es heftigen, melodiebetonten Stoff zu hören, der durch
knallharte Drums und fette, tiefer gelegte Riffs und eingängige
Leads zu beeindrucken weiß.
Die vier Songs sind zwar relativ straight gehalten und haben
allesamt typische Mitgröl Refrains am Start, wirken aber durch
geschickt eingefügte Breaks, Tempovariationen und ruhigere Parts
keineswegs simpel, was sich besonders beim Titeltrack sehr positiv
bemerkbar macht. Technisch ist das Ganze ebenfalls recht kompetent
umgesetzt, auch wenn die Stücke durch den tiefen, stellenweise
grunzigen Gesang von Mainman Igor Panic (ja, der Mensch heißt
tatsächlich so) ne massive Schlagseite in Richtung Death Metal
bekommen. Diese Richtung sollte die Band allerdings auch
beibehalten, denn cleane Vocals sind nicht wirklich die Stärke des
Fronters. Speziell im Chorus des zweiten Songs liegt der Gute doch
ganz schön neben der Spur, was sicherlich nichts für schwache
Nerven ist, andererseits aber auch irgendwie sympathisch wirkt.
Daß es auch erträglich geht zeigt er uns dann aber doch beim EP
Highlight "Golden Purity“, wo er in besten Melodic Death Manier
zwischen Growls im Refrain und klaren Passagen bei den Strophen
hin und her wechselt. Klasse !
So gesehen wäre "Deeper Than Hate“ eigentlich ohne große
Einschränkungen zu empfehlen, wenn da nicht die gar schröckliche
Produktion den Jungs einen dicken Strich durch die Rechnung machen
würde. Insgesamt muß man den Sound nämlich mindestens "dumpf“
nennen, aber leider klingen speziell die Gitarren furchtbar
matschig und drucklos, was besonders im Genre Thrash einem
Todesurteil nahe kommt. Schade eigentlich, denn dieser Umstand
kostet am Ende mindestens einen Punkt – aber das kann ja bei den
nächsten Releases noch verbessert werden.
Da die sehr schick und professionell aufgemachte Scheibe aber für
lediglich 6 Euro (inklusive Porto) auf der Homepage zu erwerben
ist, sollten modern ausgerichtete Thrasher trotzdem mal ein Ohr
riskieren.