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Deutschland
ist wieder zweigeteilt. Zumindest im metallischen
Paralleluniversum gibt es ein deutliches Nord-Süd-Gefälle.
Kommt ´ne Band aus Ostfriesland ist mit 95%-iger Sicherheit
klar, daß gleich der Knüppel aus dem Sack kommt und man sich
besser wo festhält. Der Süden der Republik agiert hingegen
deutlich gemäßigter, und auch EDGECRUSHER aus Konstanz
machen da keine Ausnahme. Als melodischen Thrash Metal
bezeichnen sie ihre Mucke, wobei die Betonung auf
„melodisch“ und weniger auf „Thrash“ liegt. Von den
deutschen Referenz-Größen SODOM/KrEator/DESTRUCTION
beispielsweise ist man härtemäßig Lichtjahre. Einzig der
aggressive Grunzgesang von Frontmann Igor schafft
Querverbindungen, die Gitarrenfraktion hingegen orientiert
sich unüberhörbar am klassischem HM. Insgesamt präsentiert
sich das erst 2002 gegründete Quintett auf ihrem allerersten
Demo schon erstaunlich ausgereift. Die vier Lieder der MCD
bewegen sich ohne Ausnahme auf hohem Niveau. Prägnante
Refrains und treibende Gitarrensoli sorgen dafür, daß die
Lieder schon nach kurzer Zeit in den Ohren hängen bleiben.
Allein die Vorliebe für gute Melodien könnte ihnen zum
Verhängnis werden. Ist nämlich ein klassischer Fall des
berüchtigten „sich zwischen alle Stühle setzen“. Für die
Thrasher nicht hart genug, für den Rest wegen der manchmal
doch arg Death Metallastigen Stimme zu extrem. Um Erfolg zu
haben und Plattenfirmen zu beeindrucken, fürchte ich, wird
man sich für eine Seite entscheiden müssen. Was schade wäre,
denn ihr „melodischer Thrash“ klingt recht originell und
gibt der Gruppe vom Fleck weg ein ganz eigenes Flair. Als
groben Anhaltspunkt kann man vielleicht die neue PERSONAL
WAR („Faces“) hernehmen. EDGECRUSHER sind ein interessanter
Neuling. Neugierige melden sich zwecks Bestellmodalitäten
beim Sänger: iggy@edgecrusher.de. Kostenpunkt: korrekte 6,-
Euro.
www.edgecrusher.info |