Quelle: Blooddawn
 

 

IMPATIENS, EDGECRUSHER, ZATOKREV, BITTERNESS
2. Juli - Offenburg, Kessel

 

Mann, war das wieder ein Abend. Eigentlich war geplant mit dem Alkohol mal etwas friedvoller umzugehen, doch irgendwie hat es auch gestern Abend nicht geklappt, nun denn.
Der Kessel in Offenburg, in der Regel ein kleiner bescheidener Punkschuppen unterirdisch gelegen, kann mittlerweile auf etliche metallische, hochkarätige Bands zurückblicken. Haben dort schon die Metalcoreheroen FEAR MY THOUGHTS, UNDYING, DARKEST HOUR oder auch schon die Black Metaller ATRAS CINERIS gespielt, so war es heute Abend (bis auf eine Band) an der Zeit den Laden mit Thrash Metallischen Klängen in Schutt und Asche zu legen.
Nicht so richtig in's Billing passte die lokale Eröffnungsband IMPATIENS, die mit hefitgerem Grunge/Punk versuchten die Meute zu bewegen. Für das Durchschnittsalter der Band (16 1/2 Jahre) wird hier aber dennoch beachtliches geboten. Ein kleiner Teil der circa 60-70 Besucher konnte sich auf jeden Fall mit der Musik anfreunden und zeigte dies entweder mit leichtem Kopfschütteln oder ein bisschen Pogo. Nach einer guten halben Stunde war ein NIRVANA-Cover dann auch ein gelungener Abschluss für die vier Jungs.
Deutlich schneller fesseln konnten die deutschen Prügler von EDGECRUSHER. Dargeboten wurde, wenn ich das mal so sagen darf, eine grobe Mischung aus Slayer/Metallica, die uns unter anderem mit diversen stop-and-go Attacken das Gehirn aus dem Schädel blies. Vor allem der Frontshouter wusste mit seinem Gepose das Publikum zu fesseln und zu unterhalten, und der ein oder andere Scherz oder auch besonders lustige Titelansagen trugen natürlich ihr ürbiges zur "Partystimmung" bei. Die Band wurde richtig abgefeiert, und das auch verdient.
Danach hatten die Schweizer ZATOKREV einen etwas schwereren Stand. Denn ihre Musik bildete das absolute Kontrastprogramm zu ihren Vorgängern. Anstatt gute Laune bringende Metalattacken, wurden hier dem Zuhörer death/doomige Riffs an den Kopf geknallt, die einfach alles und jenen in Grund und Boden walzten. Schleppend spielte man auch hier eine gute 3/4 Stunde und die Musik kam bei der Masse wohl eher nicht in den Beinen und den Haaren, sondern im Kopf zum nachdenken an. ZATOKREV liefern auf jeden Fall den richtigen Soundtrack, wenn man sich ein schönes Ableben vorbereiten will! Somit stand das Publikum eher ruhig gegenüber der Band, kam aber dennoch gut an.
Mittlerweile war es schon recht spät. 01:20 zeigt mir meine Uhr an, und der Headliner hat noch immer nicht die Bühne betreten. Ich, mittlerweile wirklich stockbesoffen (und nicht nur das), hatte nun zum 3. Mal die Ehre, die mittlerweile sehr bekannten Thrasher BITTERNESS anzusehen. Wurde ich von den Herren bisher nie enttäuscht, so habe ich es auch an diesem Abend nicht erwartet. BITTERNESS sind ein Publikumsmagnet - und das war auch heute Abend der Fall. Man könnte meinen 70% der Zuschauer seien auch nur wegen diesen gekommen, und somit war klar, dass hier am meisten vor der Bühne los war. Gut 10-15 Köpfe wurden durchgehend geschüttelt zu recht melodischem, teilweise aber straight nach vorne donnerndem Thrash Metal mit einer wunderschönen Keifstimme. Hat mich gewundert, dass selbst kurz vor Ende (02:15) noch immer etliche Hörer der Band die Stange hielten.
Nun war es auch für mich Zeit mich nach 4-5h Dauergeballer auf meinem kleinem Fahrrad den weiten nach Hause Weg anzutreten.
Daumen hoch für ein gelungenes Konzert. Für 5 € und einem 15-jährigen Organisator kann mir hier auf jeden Fall nichts dagegen sagen!