Edgecrusher klingen wie eine leicht angehärtete Version
von Cry Havoc, aber auch die Thrash-Einsprengsel können leider nicht
verbergen, daß es mit der eigenen Identität noch nicht allzu weit her ist.
Gerade die Gittarrenmelodien sind aus der sentenceschen Schatzkiste stibitzt
und der Sänger hätte mit seinem "Melodic growling" ohne weiteres auch hinter
dem Mikro der oben bereits genannten Cry Havoc stehen können. Neben ein paar
Riffs die leider sehr nach Midtempo-Thrash-Standard klingen sind durchaus
ein paar eigene Riffideen vorhanden, doch diese sind um einiges zu
unausgegoren und lustlos um gegen die "Fremdideen" bestehen zu können.
Stellenweise wissen Edgecrusher trotzdem zu unterhalten und "Golden Purity"
hat durchaus mitreissenden Charakter, aber das reicht halt leider nicht um
durchgängig zu überzeugen. Sänger Igor versucht sich hin und wieder mit
cleanem Gesang, doch dabei stolpert er so unsicher über seine Melodielinie
dass man einfach schaudern muß. Das stärkste Glied von Edgecrusher ist
jedenfalls der Drummer – dieser nämlich klopft eine wirklich ordentliche und
energiegeladene Kante auf seine Felle und sorgt wenigstens für ein sehr
solides Rhythmus-Fundament.
Ohne den passenden Oberbau bleibt trotzdem ein halbgares Demo, das seine
stärksten Momente immer dann hat, wenn es nach Sentenced und Co. klingt. Mir
bleibt daher nichts anderes übrig als Edgecrusher Proberaumarrest zu
verordnen: auf das man die eigene Identität stärker herausfeilen und
entspannter werden möge, und auf das man Sänger Igor bei seinen
schauerlichen Melodieverfehlungen auf die Finger klopft. Bis dahin bleibt's
bei Douglas Adams: Größtenteils harmlos. Antesten dürft Ihr die CD trotzdem
und zwar gibt's die für 6Euro (incl. PV.) bei:
|